Pressemitteilung: Schade, Chance verpasst

Einmal mehr ist aus einer scheinbar guten Idee in Kombination mit der Chance etwas Neues aufzubauen und wirklich etwas zu verändern nichts geworden. Die Gemeinde Trebur hat der Aufgabenübertragung an den Abfallwirtschaftsverband (AWV) zugestimmt, in guter Hoffnung und mit guten Ideen im Vorfeld. Was daraus geworden ist, konnte in den vergangenen Wochen jeder seinem Briefkasten entnehmen: Weiter wie bisher nur mit höheren Gebühren.

„Wir sind sehr enttäuscht über die Ausgestaltung der Müllentsorgung durch den AWV“, sagt Berthold Station, langjähriges Mitglied der Grünen Liste Trebur (GLT). Aus seiner Feder stammt ein GLT-Antrag von 2010, der damals mit breiter Mehrheit beschlossen wurde. „Wie so oft in der Vergangenheit, ist er wohl in einer Schublade gelandet und nie weiterverfolgt worden“, fügt Fraktionsvorsitzende Sonja Mars enttäuscht hinzu.

In dem Antrag war die Erstellung eines kommunalen Abfallkonzeptes bis 2017 gefordert worden. Das Ganze sollte in Zusammenarbeit mit anderen Kreiskommunen geschehen. Ziel war vor allem die Müllvermeidung und die Information der Bürger zu diesem Thema.

Jetzt ist der Müll in aller Munde, schwimmende Plastikinseln gefährden das Leben in den Ozeanen und auch uns wächst der Müll langsam über den Kopf. Müllvermeidung klingt gut und einfach, braucht aber mehr als einfach nur eine Gebühr für „Tonne öfter leeren“. „Das ist noch nicht zielführend. Am Ende des Tages werden die Menschen nicht versuchen, aktiv den Müll zu verringern, sondern im Zweifel einfach die Tonnen öfter rausstellen“, sieht Andreas Mars voraus.

Die GLT vermisst neben einem zukunftsweisenden Konzept und neuen Ideen, aber vor Allem auch Beratung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Nur zwei Wochen (innerhalb der Sommerferien, wohlgemerkt) haben die Bürgerinnen und Bürger Zeit, um eine Entscheidung bezüglich ihrer Tonnengröße zu treffen. Viele sind unsicher, was sie tun sollen. Insbesondere das Thema der Windeltonnen ist aktuell ungeklärt und wird auch frühestens in der Gemeindevertretung am 6. September im besten Fall geklärt, das ist aber einen Monat zu spät für die Rückmeldung der Bürgerinnen und Bürger an den AWV.

„Wir hätten uns eine Beratung oder eine Sprechstunde des AWV beispielsweise in den Rathäusern gewünscht“, erklärt GLT-Mitglied Harald Frick, der gerade erst in die Fraktion nachgerückt ist. Nicht einmal eine weitere Ausschusssitzung hat es gegeben. „Die Informationen die wir vom AWV hatten, als wir den Beitritt beschlossen haben, sind nun mehrere Jahre alt und bei weitem nicht mehr aktuell, beispielsweise wurden uns in einer Ausschusssitzung Gebührensenkungen i.H.v. 400.000 EUR oder 5% versprochen; das können wir aktuell den Informationen nicht mehr entnehmen“, erinnert sich Sonja Mars. Insgesamt also schade, Chance verpasst.

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